
Bleischwere Fürsorge, 2025
30. Dezember 2025Der verlorene Traum


Aus Blei geformte „Taschentücher“ mit einer handgeklöppelten Spitze umrandet liegen wie zufällig verloren auf dem Boden. Jedes „Tuch“ ist individuell geformt und mit einer eigenen Spitze umrandet.
Diese Unikate stehen stellvertretend für die Geschichten von Frauen aus der Nachkriegszeit des letzten Jahrhunderts. Die persönlichen Geschichten der Zeitzeugen erzählen von verlorenen „Träumen“ oder Lebenskonzepten, von biografischen Brüchen und können über einen QR - Code als mp3 File abgehört werden. Die digitale Zugänglichkeit über einen QR-Codes, erlauben eine intime, persönliche Annäherung an die Geschichten, ohne den physischen Raum der Objekte zu verlassen. Das fördert eine inklusive Partizipation und unterstützt marginalisierte Stimmen.
Konzeption:
Objekte aus Hand geklöppelter Spitze in Verbindung mit industriellen gefertigtem Blei verbinden Massivität mit zarter, traditioneller Handarbeit und spiegeln in dieser Konstellation einen Kontrast, der die Brüchigkeit von Identität und Erinnerung markieren soll. Das Motiv eines verlorenen Taschentuchs erinnert an Kriegs- und Nachkriegszeiten, in denen alltägliche Gegenstände (Textilien, Spitze) zu Trägern persönlicher Erinnerungen wurden. Die Tücher stehen als Symbol für Lebensentwürfe von Frauen der Nachkriegsgeneration.
Privates wird hier politisch kontextualisiert und kann einen gesellschaftsrelevantern Bezug zur Gegenwart bilden. Rückwärts gerichtetes Gedankengut, sexistische Narrative, Geschlechterstereotype tauchen in Politik, Medien und rechter Pop-Kultur wieder auf. Um Ideen von normierten Frauenrollen, der Abwertung von Frauenrechten, oder die Rückkehr zu patriarchalen Ordnungen zu propagieren.

Frau O.

Frau K.





